Seltsam, im Nebel zu wandern!
einsam ist jeder Busch und Stein,
kein Baum sieht den andern,
jeder ist allein.
Voll von Freunden war mir die Welt,
als noch mein Leben licht war;
nun, da der Nebel fällt,
ist keiner mehr sichtbar.
Wahrlich, keiner ist weise,
der nicht das Dunkel kennt,
das unentrinnbar und leise
von allem ihn trennt.
Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamkeit.
Kein Mensch kennt den andern,
jeder ist allein.
(Hermann Hesse)
Puh, wie depressiv, und das im trüben November! Aber grade deswegen auch so passend.
Wir ließen uns jedes Wort auf der Zunge zergehen oder probierten es vorsichtig. So, oder so oder ganz anders? Welcher Ton passt dazu?
Wir wurden - mit Ingeborg Schilffarths geduldiger und ermunternder Begleitung immer stimm-kräftiger und mutiger. Auf einmal juchzte es aus einer Ecke:
"Jeder ist allein! Yippieh!!", darauf stellte die eine oder der andere überrascht fest: "Hm, ich bin eigentlich auch ganz gern allein ...". Wie verbindend - ein besseres November-Anti-Depressivum kann es gar nicht geben. Das Ganze dann noch so wunderbar zelebriert beim Brückenfest, mit allen anderen Werkstätten, und wir als einzige ohne die beruhigende Anwesenheit der Leiterin (wg. zeitgleichem Chor-Konzert) und entsprechendem Lampenfieber. Da durften wir freundlicherweise anfangen, und alles klappte - der Nebel waberte als Plastikfolie, und wir erstarrten synchron - allein, und miteinander.
Wie schön, dass es weitergeht, und wir auch im neuen Jahr wieder befremdliche Worte und Töne kennenlernen und uns aneignen, jede/r in der eigenen Melodie.
Vielen Dank für dieses lebendige brückenbau-Projekt!
Christa Dommel,
Teilnehmerin der Sing-Werkstatt
Also, die Tanzwerkstatt war für mich - hm -wie....ja, genau...wie Schokolade! Und zwar die lila Milka-Herz-Schokolade! Der pure Genuß, für Leib und Seele!!!! Dank der sehr netten und angenehmen Gruppe und dank Deiner soooo herzlichen, humorvollen, strahlenden, mitreißenden Art, liebe Jutta!
Hoffentlich geht die Tanzwerkstatt immer und immer wieder weiter und findet immer solch einen krönenden Abschluß wie das Brückenfest. Das war soo beeindruckend, was da in allen Werkstätten in so relativ kurzer Zeit entstehen kann!!! Wouw! Das Brückenfest war sozusagen die Schokoladentorte!!!!!
Ich kann es kaum bis zum nä. Semster erwarten und freue mich jetzt schon sehr darauf, mich wieder mit den anderen und mit Dir voll Freude und Hingabe (!) zu bewegen!!!!
Susanne Rümpelein, Teilnehmerin Semesterwerkstatt TANZ
Vor einigen Jahren habe ich, als überzeugter Nichttänzer, eine Wette geschlossen, dass ich mich trauen würde, an einem Workshop für modernen Tanz mitzumachen.
Ich habe die Wette gewonnen und dabei wirklich wundervolle Erfahrungen gemacht.
Tanzen begeistert mich immer wieder auf ganz unterschiedliche Weise. Es ist eine sportliche aber auch eine intelektuelle Herausforderung. Sportlich wird jedem einleuchten, intellektuell versteht man, wenn man selbst mal versucht hat eine Choreographie zu erlernen und dabei die Hindernisse im eigenen Kopf wegräumt die sich dort ständig neu aufbauen.
Als ich im Sommer vom dem Brückenbau-Projekt erfahren habe, war ich trotz meiner Tanzbegeisterung skeptisch, ob dieser Workshop für mich geeignet ist.
Aber alle Befürchtungen waren völlig unbegründet. Es hat sich ein tolle Gruppe von Menschen zusammengefunden, die Spass an der Bewegung haben und den Willen ihre eigenen Leistungsgrenzen zu erfahren und wenn möglich auch zu erweitern.
Ich fand es ganz erstaunlich welche Leistungen wir in so kurzer Zeit gemeinsam erbringen konnten. Teilweise sind kleine Tanzstücke an einem Abend entstanden.
Diese Erfolge verdankt die Gruppe natürlich auch dem bewundernswerten Einsatz und den pädagogischen Fähigkeiten von Jutta Czurda, die es immer verstanden hat zu motivieren, zu verbessern, anzutreiben und zu trösten wenn etwas nicht klappt.
Ich halte das Brückebau-Projekt für eine ganz tolle Idee des Stadtthaters, welche, und das ist ja wirklich nicht bei allen guten Ideen der Fall, hervorragen umgesetzt und realisiert wurde.
Ich freu mich sehr auf das zweite Semester, auf das Wiedersehen mit allen Anderen aus der Tanzgruppe und auf die vielen schönen Erlebnisse, die wir auf dem Weg zum abschliessenden Brückenfest haben werden.
Zu diese ersten Semester Schreibwerkstatt kann ich sagen, daß wohl die Überraschungen auf beiden Seiten groß waren. Meine Teilnehmer und ich selbst hatten ganz unterschiedliche Vorstellungen davon, worum es in so einer Schreibwerkstatt geht. Aber je mehr wir gearbeitet haben und je länger wir zusammen waren, desto fruchtbarer und schöner wurde das Arbeiten. Gerade dann, wenn die Widerstände groß waren, sind überraschend schöne und gute Arbeiten entstanden. Und das Brückenfest hat mir gezeigt, daß wir doch schon ein ganzes Stück weiter sind als zu Beginn unserer Zusammenarbeit. Es sind sehr schöne Texte entstanden. Alles in allem: Ich habe sehr viel von meinen Teilnehmern gelernt – und sie wohl auch mit mir einiges. Und deshalb freue ich mich richtig auf das zweite Semester.
Ewald Arenz, Dozent Semesterwerkstatt SCHREIBEN
die Idee dieses Projekts fand ich großartig. Mit einiger Skepsis meldete ich mich zum Tanzen an. (Mein Alter stand mir etwas im Weg). Doch ich erlebte eine wunderbar zusammen wachsende Gemeinschaft. Erstaunlich mit welcher Offenheit der Tanz uns bzw. die Bewegungsabläufe innere Bilder entstehen ließen. Ein besonderer Höhepunkt war dann noch die Begegnung beim Brückenfest mit den anderen Gruppen.
Alles in allem für mich eine rund um gelungene Sache.
Ich danke Dir und allen Beteiligten und freue mich auf eine Fortsetzung im nächsten Semester.
Alle, die wir an der Tanzwerkstatt mit Jutta Czurda teilgenommen haben, kamen mit ganz unterschiedlichen Backgrounds. Manche hatten schon viel Tanzworkshops hinter sich, manche hatten überhaupt schon ganz viel getanzt, manche hatten aber auch gar nicht oder hatten nur wenig Erfahrung. Ich glaube eins, was uns auf jeden Fall alle geeint hat, war die Begeisterung für Jutta und die Chance ergreifen zu können, sie "mal so für sich zu haben". Viele hatten Mayim Mayim gesehen!
Aber ganz schnell, schon nach der ersten Stunde spürten wir einen dicken Zusammenhalt. Warum? Wie kommt das? Eigentlich ging das alles ganz einfach. Wir haben am Anfang immer ein bißchen geredet, ernstes und nicht so ernstes .. und dann haben wir einfach angefangen zu gehen, zu atmen ... und dann zu tanzen. Immer angeleitet von Jutta, aber so angenehm, so entspannt, oft auch mit viel Lachen, gleichzeitig aber auch geführt, auf Ziele hinsteuernd; schon so nach ihren Vorstellungen; wir wussten oft nicht, wohin es uns an diesem Donnerstag führen würde, es war immer neu und spannend; es gab immer was auszuprobieren: das Blindsein, das sich führen lassen, sich auf einen Partner einzulassen und ihn wieder zu verlassen; Harmonie und Hingabe zu fühlen, miteinander eine Choreographie auszuprobieren; die Choreographie zu vergessen und selbst frei zu tanzen, was neu zu erfinden; zu übertreiben, zu spielen ... Oft hat die Hälfte der Gruppe den anderen zugeschaut und andersrum. Wir waren dann überrascht und begeistert voneinander! Ich glaube, für jeden von uns war dieser workshop wichtig und schön; er war so ganz für uns.
Wir konnten offen und ehrlich sein; wir konnten vergessen, wie wir aussehen; ob das gerade aufführungsreif war oder nicht, wir konnten uns selber tanzen und das hat es so echt und wahrhaftig gemacht.
Die Fähigkeit, weit die Fantasie schweifen zu lassen, großes Engagement, und viel Lust, die Stimme zu entdecken und mit ihr zu spielen - das habe ich in diesem 1.Semester bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern in der Singwerkstatt erfahren und erlebt. Die Zeit reichte eigentlich nie für all das, was wir ausprobieren wollten. Ich freue mich deshalb sehr auf das zweite Semester, wo neue Experimente auf uns warten.
Der Sonntag Nachmittag hat mir eindrucksvoll vor Augen geführt, dass es etwas gibt woran es sich aus tiefstem Herzen lohnt zu glauben und an dessen Fortbestand wir nicht müde werden dürfen zu arbeiten: der individuelle, phantasievolle, kreative Mensch !!!!!
Ich fuhr reich beschenkt und hoch beglückt nach Hause.