Achterbahnfahrt der Gefühle
"Kleine Eheverbrechen" erobern Fürth
Im Zwei-Personen-Stück des französischen Erfolgs-Dramatikers Eric- Emmanuel Schmitt liefern sich das Ehepaar Gilles und Lisa einen faszinierenden Schlagabtausch. Eine unterhaltsame und gleichzeitig beklemmende Achterbahnfahrt der Gefühle begleitet sie.
Das Zwei-Personen-Stück lebt von brillanten Dialogen, einer gelungenen Dramaturgie und zwei ausgezeichnet gearbeiteten Rollen. In Fürth spielen Michaela Domes und Rainer Matschuck in der Regie von Intendant Werner Müller.
Man kann das Werk als schwarze Komödie ansehen, die voller Überraschungen steckt. Zärtliches Liebesgeflüster wechselt mit totalem Krieg. Schmitts Ziel war, ein Drama über eine lange Liebesbeziehung zu schreiben. Er selbst formuliert seine Absicht folgendermaßen:
"Als ich es unternahm, das Stück ‚Kleine Eheverbrechen' zu schreiben, füllte ich damit eine Lücke aus: es gibt meines Wissens kein Stück über die Liebe, die andauert. Es gibt Tausende von Stücken über die Liebe, die beginnt, Hunderte über die Liebe, die endet, die berühmtesten - wie Romeo und Julia - erzählen zugleich den Beginn und über das Ende der Liebe. Aber man erfährt nichts über die andauernde, die fortbestehende, kurz über die eheliche Liebe. Man hat den Eindruck, das Theater akzeptiere die Liebenden nur als Anfänger oder als Rentner, als beschränke es sich darauf, die Geburt und das Vergehen der Liebe darzustellen, während es dagegen nie zeigt, wie sich das alltägliche Leben eines Paares gestaltet."
Das Stück des französischen Erfolgs-Dramatikers Eric- Emmanuel Schmitt wurde 2003 im Pariser Theater Edouard VII uraufgeführt.
Schmitt, 1960 in St. Foy les Lyons geboren, studierte Musik in Lyon und an der Pariser Eliteuniversität École Normale Supérieure Philosophie. Nach der Promotion begann er fürs Theater zu schreiben. Bereits "Der Besucher" wurde ein Klassiker im Repertoire von Theatern in der ganzen Welt. Mit u.a. "Enigma", "Der Freigeist", "Hotel zu den zwei Welten", "Kleine Eheverbrechen" und "Meine Evangelien" setzte sich dieser Erfolgsweg fort. Schmitt, der mehrfach mit dem Grand Prix du Théâtre der Académie française ausgezeichnet wurde, wird als Theaterautor in mehr als vierzig Ländern aufgeführt.

