Das große Haus
Lange wünschten sich die Fürther Bürger ein neues Theater, das dem Repräsentationsbedürfnis der aufstrebendenIndustriestadt entsprach:
1898 spendete die Bevölkerung, einem Aufruf des "Theatercomités" folgend, binnen nur einer Woche 283.900 Mark. Nun stand auch die Stadt in der Verantwortung. Mit dem Bau wurden die renommierten Wiener Theater-Architekten Ferdinand Fellner und Hermann Helmer beauftragt. Und schon im September 1902 eröffnete das Stadttheater Fürth mit einer hochgelobten Aufführung von Beethovens "Fidelio". An der imposanten neobarocken Fassade und an den Längsseiten des Theaters repräsentieren sechs Porträtmedaillons - Mozart und Schiller, Beethoven und Lessing, Wagner und Goethe - das bürgerliche Bildungsideal zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts. Zum 100-jährigen Jubiläum 2002 wurden die im neobarocken Stil gestalteten Innenräume aufwändig saniert: Die zarte Farbtönung der anmutig stuckierten Decken und Wände sowie die kostbaren Wandbespannungen in den Foyers und Umgängen stimmen die Besucher auf den prächtigen Zuschauerraum ein, der mit seinem weiß-rotgoldenen Farb-Dreiklang den Höhepunkt der Raumfolge bildet; er bietet ca. 730 Besuchern Platz. Am Fries über dem Proszenium thront Apoll inmitten der Musen. Darüber prangt das Stadtwappen von Fürth, ein Kleeblatt.

