Gekommen um zu bleiben (2007)

Vorstellung der Workshopergebnisse ...
an unterschiedlichen Spielorten ...
und Freude in und an der deutsch/slovakischen Theater-Schnecke.

Gekommen um zu bleiben!

Ein Zwischenbericht aus der Arbeit der Spielzeit 2007/2008

Nach dem großen Erfolg bei Publikum und Presse mit der Eigenproduktion "Konsumgeschichten" im Juli 2007 im  wurde dem Theater Jugend Club Fürth und seinem Leiter Johannes Beissel eine besondere Ehre zuteil:

 

Sechs Mitglieder des Jugendclubs waren zum "Tag der europäischen Sprachen" am 26. September 2007 von der Deutschen Botschaft in der Slowakei und der Robert-Bosch-Stiftung (Abteilung Bildungs- und Kulturmanagement in der Mittelslowakei) in die Mittelslowakei eingeladen, um gemeinsam mit vier slowakischen Germanistik-Studenten an verschiedenen Orten in Banská Bystrica Theaterszenen, Lieder, Gedichte und Monologe zu performen.

 

In einem gemeinsamen zweitägigen Workshop wurden unter der Leitung des Theaterpädagogen Johannes Beissel von früh morgens bis spät am Abend insgesamt neun Szenen, Texte und Lieder unter anderem von Ernst Jandl, Franz Kafka, Robert Gernhardt, Loriot und Johann Wolfgang Goethe geprobt und einstudiert, die dann am 26.9. an verschiedenen Orten in der Stadt aufgeführt wurden.

Auftrittsorte waren zwei Gymnasien, die geisteswissenschaftliche und die wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, die Universitätsbibliothek und der zentrale Platz des öffentlichen Lebens ins Banská Bystrica, der Platz des Nationalaufstands.

 

Intensiv gearbeitet wurde in deutscher und slowakischer Sprache, mit sprachlichen Mittel, mit Gesang und Live Musik (Geige und Akkordeon), aber auch mit Elementen des Körpertheaters und der Pantomime.

 

Für die deutschen Teilnehmer war die gemeinsame Arbeit genauso wie für die slowakischen Studenten ein wunderbares und bereicherndes Erlebnis, das sich in einer sehr kreativen gemeinsamen Probenarbeit und begeistert aufgenommenen Aufführungen der erarbeiteten Szenen und Lieder spiegelte.

 

Der Theater Jugend Club Fürth blickt voller Dankbarkeit auf eine spannende Theaterreise und auf intensive und sehr schöne Begegnungen in Banská Bystrica zurück - in der Hoffnung, dass sich vielleicht in naher Zukunft ein ähnliches Projekt wiederholen lässt.

Globalisierungskritischer Spaziergang

Kaum waren wir aus der Slowakei zurück, wurden wir von der attac-Ortsgruppe Fürth und dem hiesigen Eine-Welt-Laden eingeladen, Ausschnitte aus "Konsumgeschichten" im Rahmen eines globalisierungskritischen Spaziergangs durch Fürth im November 2007 noch einmal im öffentlichen Raum zu zeigen. Das Angebot nahmen wir sehr gerne an, zumal es leider mit einer Wiederaufnahme des ganzen Stücks im Kulturforum aus organisatorischen Gründen nicht geklappt hatte. So wurden also zumindest einige Szenen aus "Konsumgeschichten" in zwei Wiederaufnahmeproben nach ca. 4-monatiger Pause sehr erfolgreich reanimiert. Die Presse und die Teilnehmer am Spaziergang reagierten begeistert auf unseren künstlerischen Beitrag. Eine weitere Zusammenarbeit mit dem Eine-Welt-Laden Fürth im Zusammenhang mit unserer neuen Produktion zum Thema "Migration" ist geplant.

Mayim-Tafel

Die Ausrichtung der "Theater Jugend Club-Mayim-Tafel" im November 2007 war für uns ein weiterer wichtiger Höhepunkt der laufenden Spielzeit. Es war uns eine große Ehre, einen Abend lang für das leibliche Wohl der Tänzer und Musiker und des gesamten Leitungsteams rund um Jutta Czurda verantwortlich zu sein. Es war uns eine Freude, uns um eine Atmosphäre zu kümmern, die Begegnung erleichterte, die einlud zum gemeinsamen Essen und zum Gespräch.Als uns Jutta Czurde später erzählte, dass im Laufe unserer Mayim-Tafel das letzte Eis zwischen den Künstlern gebrochen sei, waren wir darüber sehr glücklich.Es war für uns eine Bereicherung, mit den Tänzerinnen und Tänzern in Kontakt kommen zu dürfen und so ein kleiner Teil des großartigen Mayim-Projekts werden zu können. Wir hatten große Freude daran, zwei kleine hebräische Lieder ("As der Rebbe tanzt" und "Dos bissele spayz...") und Tänze einzustudieren und als Geschenk für unsere Gäste zu präsentieren.Als wir später dann "Mayim Mayim" im Stadttheater sahen, erkannten wir, dass unsere kleine Schrittfolge zum "tanzenden Rebbe" dem finalen Gruppentanz des großartigen "Mayim"-Abends sehr ähnlich war.