MAYIM MAYIM
Miniaturen des Erinnerns
Am 22. März 1942 wurden der Leiter des Waisenhauses Dr. Isaak Hallemann, seine Frau Klara, seine Töchter Eva und Beate-Esther und 33 Waisenkinder nach Izbica und von dort aus ins Vernichtungslager Belzec deportiert, von wo sie nicht mehr zurückkehrten. Dr. Isaac Hallemann hätte die Möglichkeit gehabt zu emigrieren, doch er weigerte sich. Er wollte die ihm anvertrauten Kinder nicht alleine lassen.
Aus diesem Schicksal entstand die Idee für ein Tanztheaterprojekt, für ein Fest des Lebens, ein Fest der Begegnung jenseits aller Grenzen, Sprachen, Länder und Religionen. 33 nationale und internationale Choreographen, die auf besondere Weise mit dem Stadttheater Fürth verbunden sind, werden eingeladen, eine Patenschaft für eines der Waisenkinder zu übernehmen. 33 Tänzerinnen und Tänzer aus aller Welt werden so, von ihren Choreographen entsendet und mit einem kleinen Tanzsolo in ihrem Reisegepäck, im kommenden November hier in Fürth für die ermordeten Kinder tanzen.
So wie die Waisenkinder auf der Bühne ein symbolisches Zuhause finden mögen, so sollen auch die Tänzerinnen und Tänzer, Musikerinnen und Musiker für die Zeit ihres Aufenthaltes in Fürth ein Zuhause bekommen. Wir hoffen, dass viele Fürther Familien Ihre Türen öffnen werden, um die jungen Künstler bei sich zuhause willkommen zu heißen und mit ihrer Gastfamilien-Patenschaft ein Zeichen der Gastfreundschaft zu setzen.
Auch finanzielle Patenschaften sollen helfen, die nicht geringen Kosten aufzubringen, die durch die große Menge der beteiligten Künstler entstehen, die oft von weither anreisen. Der Oberbürgermeister der Stadt Fürth, Herr Dr. Jung, hat neben seiner "geistigen Patenschaft" für das Projekt auch bereits beispielhaft eine erste finanzielle Patenschaft für ein Kind zugesagt.
Dieses Projekt ist darauf angewiesen, von vielen Schultern getragen zu werden, sowohl künstlerisch als auch ideell und finanziell. Wir möchten Sie also über unser Projekt informieren, auch in der Hoffnung, Sie als Paten gewinnen zu können.
Vor allem aber möchten wir Sie bitten, den Gedanken der Patenschaft in unserer Stadt weiterzutragen, um ihn im Bewusstsein und in den Herzen unserer Bürger zu verankern.

