Der Hofmeister
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Der Hofmeister
Schauspiel von Bertolt Brecht nach der Komödie von Jakob Michael Reinhold Lenz
"Der Hofmeister" von Jakob Michael Reinhold Lenz ist ein Werk der "Sturm und Drang"-Epoche. Scharf attackiert Lenz 1774 die ökonomische Schieflage zwischen Herrschaft und Untertan. In der Fassung von Bertolt Brecht erscheint das Werk wie ein Spiegelbild aktueller Debatten: verzweifelte, schlecht bezahlte Lehrer, Eltern, die ihre Kinder nicht verstehen, eine politische Öffentlichkeit, die sich ihre Ratlosigkeit in der Bildungsmisere nicht eingestehen kann.
Zu allen Zeiten wird über Sinn und Formen des Lernens gestritten. In "Der Hofmeister" werden diese Diskussionen zur Zerreißprobe für den Lehrer Läuffer, der ein kärgliches Dasein als Hofmeister (Privatlehrer) bei einem adligen Major fristet. Er muss dem unmündigen Sohn der Gutsbesitzer und der schwärmerischen Tochter Gustchen Manieren und Bildung beibringen. Das attraktive Mädchen hat ihrem Vetter Fritz Treue geschworen, glaubt sich aber vergessen, als Fritz zum Studium abreist und sich nicht mehr blicken lässt. Das launige Spiel Gustchens stürzt Läuffer in Verwirrung. Er wird ihr Ersatzkandidat. Der Flirt mit dem Hofmeister bleibt nicht ohne Folgen: Gustchen erwartet ein Kind, Läuffer muss zu einem Dorfschullehrer fliehen, bei dem er sich zum Preis der Geheimhaltung als Gehilfe verwenden lässt. Weil er in seiner Sinneslust die Ursache seiner Misere sieht, bestraft er sich selbst durch Kastration.
Dem Dorfschullehrer erscheint die radikale Abtötung der Sinneslust als höchste Qualifikation für das Pädagogenamt.
Bertolt Brecht hat 1950 in seiner Bearbeitung für das Berliner Ensemble den privaten Erfahrungshorizont des Hofmeisters objektiviert und den beißenden Spott auf herablassende Herrschaft und unterwürfiges Bürgertum noch verschärft.
Zu allen Zeiten wird über Sinn und Formen des Lernens gestritten. In "Der Hofmeister" werden diese Diskussionen zur Zerreißprobe für den Lehrer Läuffer, der ein kärgliches Dasein als Hofmeister (Privatlehrer) bei einem adligen Major fristet. Er muss dem unmündigen Sohn der Gutsbesitzer und der schwärmerischen Tochter Gustchen Manieren und Bildung beibringen. Das attraktive Mädchen hat ihrem Vetter Fritz Treue geschworen, glaubt sich aber vergessen, als Fritz zum Studium abreist und sich nicht mehr blicken lässt. Das launige Spiel Gustchens stürzt Läuffer in Verwirrung. Er wird ihr Ersatzkandidat. Der Flirt mit dem Hofmeister bleibt nicht ohne Folgen: Gustchen erwartet ein Kind, Läuffer muss zu einem Dorfschullehrer fliehen, bei dem er sich zum Preis der Geheimhaltung als Gehilfe verwenden lässt. Weil er in seiner Sinneslust die Ursache seiner Misere sieht, bestraft er sich selbst durch Kastration.
Dem Dorfschullehrer erscheint die radikale Abtötung der Sinneslust als höchste Qualifikation für das Pädagogenamt.
Bertolt Brecht hat 1950 in seiner Bearbeitung für das Berliner Ensemble den privaten Erfahrungshorizont des Hofmeisters objektiviert und den beißenden Spott auf herablassende Herrschaft und unterwürfiges Bürgertum noch verschärft.





