Ende der Provisorien
Stadttheater weiht neue Probebühne, Werkstätten und Lager ein
"Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit", wusste schon Karl Valentin zu berichten. Sechs bis sieben Wochen bevor sich der Vorhang im Stadttheater oder im Kulturforum zur Premiere hebt, beginnen in der Regel die szenischen Proben. Da der reguläre Spielbetrieb in dieser Zeit weiterläuft, mussten in der Vergangenheit externe Räume angemietet werden bzw. sich die jeweiligen Ensembles mit einem unbeheizbaren und nicht nur akustisch problematischen Provisorium einer längst aufgelassenen Fabrikationshalle der Firma Grundig behelfen. Doch diese Zeiten sind glücklicherweise vorbei. Seit Mitte November verfügt das Stadttheater nun über eine neu gebaute Probebühne sowie über Werkstätten und ein Lager für die Bühnendekorationen bzw. den Kostüm- und Requisitenfundus.
Nur etwa ein halbes Jahr dauerten die Baumaßnahmen in der Uferstadt Fürth. Mit Probebühne, Lager und Werkstatt ist das Stadttheater Fürth nun mit insgesamt 1900 qm an den Pegnitzauen präsent. Mit dem Stadttheater Fürth wurde ein 20-Jahres-Mietvertrag abgeschlossen. "Es freut uns sehr, dass wir der Uferstadt Fürth damit langfristig ein Stück Kultur sichern konnten. Denn es ist nicht zuletzt der vielfältige Branchen-Mix, der die Uferstadt Fürth auszeichnet und attraktiv macht. Neben wirtschaftsstarken Unternehmen und der Universität Erlangen-Nürnberg sowie den Wissensstätten des Fraunhofer-lnstituts finden sich auf dem Gelände mit dem Rundfunkmuseum und dem Stadttheater auch wichtige Kulturträger", erklärt Stephan Graf von der Investa Immobiliengruppe.
Nachdem die 300 qm große Probebühne im November 2007 zwei Wochen lang als Probenort für das Tanztheater- Projekt "Mayim Mayim" von Jutta Czurda diente, folgte in den kommenden Wochen die technische Einrichtung.
Dem jeweiligen Probenauftakt lange voraus geht in der Regel die Herstellung der Bühnenbilder, damit bereits bei den Proben möglichst die originale Dekoration zur Verfügung steht. Mussten diese Arbeiten in der Vergangenheit häufig fremdvergeben werden, so stehen dem Stadttheater jetzt erstmals genügend Räumlichkeiten und technischen Geräte für diese Arbeiten zur Verfügung. Es darf also viel gearbeitet werden im neuen Domizil, bevor sich der Vorhang zur Premiere hebt.
Glücklicherweise gilt Karl Valentins Weisheit in der Regel auch umgekehrt: Kunst macht viel Arbeit, ist aber auch schön.

