Pressespiegel

Abendzeitung (12. April 2010)

"Man kann dem Nürnberger Kindertheater "Pfütze" bei dieser stadtgrenzübergreifenden Co-Produktion mit dem Fürther Theater durchaus unterstellen, dass es das Bahn- Jubiläumsjahr mit Sinn für Realität beginnt. Also mit Zugausfällen. (…) Das Glück lässt nicht so lange auf sich warten. Die Heiterkeit auch nicht. Das Schauspiel "Niemand heißt Elise", das Regisseur Christopher Gottwald in der Säulenkulisse des Kulturforums auf "Pfütze"-Bildpoesie umgebogen hat, spiegelt den kleinen Grenzverkehr in Zeiten von Krieg und Vertreibung. In vielen Blackout-Miniaturen, die Christopher Gottwald als slapstickartige Standbilder der Zweisamkeit einbaut, nimmt die Rückblickgeschichte (…) so richtig Fahrt auf. (…) Katrin Griesser (wunderbar unangestrengt) und Christof Lappler (selten so nuancenreich) spielen das Paar auf "Dienststelle Dings" prima. "Wir danken für ihr Verhältnis", würde Elise sagen."

Andreas Radlmaier

Nürnberger Zeitung 12. April 2010

Im militärischen Schritt putzt er die Sitzbank oder informiert per Sprechanlage über den Ausfall des Zuges - was durch den Klang der Technik urkomisch wirkt. (…) Die Frau (grandios gespielt von Kathrin Griesser) lässt sich jedoch nicht vertreiben. Was soll Lukas (Christof Lappler überzeugt als zugeknöpfter Beamter) nur tun? (…) Im Stück "Niemand heißt Elise" (…) werden Fremde zu Freunden und später zu einem Liebespaar. (…) Pfütze Regisseur Christopher Gottwald entwickelte für seine Inszenierung noch die Figur Jakob (Jürgen Heimüller), den Enkel des Paares, der das Geschehen kommentiert und mit seinem Akkordeon Bahnhofsatmosphäre zaubert. Die Koproduktion des Stadttheaters Fürth und des Kindertheaters "Pfütze" kommt mit wenig Worten, dafür mit viel Situationskomik aus - wenn Lukas sich abmüht, der Fremden seine Bezeichnung "Bahnhofsvorsteher" beizubringen, oder Elise freundlich aber hartnäckig bleibt und sich schelmenhaft Kaffee stibitzt. Darüber hinaus hat es selten ein Requisit geschafft, den Charakter seines Besitzers so gut zu verkörpern, wie das Bahnhofshäuschen von Lukas.

Christiane Fritz

Nürnberger Nachrichten (12. April 2010)

Ein Glück, dass im Kulturforum diese Säulen herumstehen. Die Ungetüme fügen sich geschmeidig in Andreas Wagners liebevoll gestaltetes Bühnenbild ein. Der triste Bahnhof bildet die adäquate Kulisse für die mit viel Sensibilität erzählte Geschichte für Menschen ab 9 Jahren. (…) Dass die Inszenierung nie in die Betroffenheitsfalle tappt, ist auch Christof Lappler als Vorschriftenfanatiker zu verdanken. (…) Klar, dass weder der Bahnhofsvorsteher noch die Zuschauer dem spröden Charme der jungen Frau widerstehen können. Und dass es am Schluss sie ist, die die rote Chefmütze auf hat, versteht sich eh von selbst.

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