Kleine Eheverbrechen

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Kleine Eheverbrechen

Schauspiel von Eric-Emmanuel Schmitt
Deutsch von Annette und Paul Bäcker
In dem Zwei-Personen-Stück des französischen Erfolgs-Dramatikers Eric-Emmanuel Schmitt liefern sich das Ehepaar Gilles und Lisa einen faszinierenden Schlagabtausch. Der Kriminalautor Gilles, der die Bestsellerlisten anführt, hat bei einem mysteriösen Unfall sein Gedächtnis verloren. Lisa, seit fünfzehn Jahren seine Ehefrau, holt ihn aus dem Krankenhaus ab und kehrt mit ihm in die gemeinsame Wohnung zurück. Liebevoll kümmert sie sich um Gilles. Sie schildert ihm Details ihres gemeinsamen Lebens. Die Geduld, mit der Lisa Gilles` bohrende Fragen beantwortet, verhindert jedoch nicht, dass sie sich dabei in immer mehr Widersprüche verstrickt ... In Gilles werden Zweifel wach. Wer ist er? Wer ist Lisa? Sagt Lisa die Wahrheit über ihr Zusammenleben, ihre gemeinsame Liebe? Was wäre, wenn sie lügt, und welchen Grund hätte sie dazu? Hatten die beiden mehr Probleme als Lisa zugibt? Doch möglicherweise ist auch alles ganz anders. Spielt etwa Gilles ein falsches Spiel? Erinnert er sich an mehr, als er zugibt? In intimen und grotesken Situationen nähern sich die beiden langsam und schmerzhaft der Wahrheit an. Eine unterhaltsame und gleichzeitig beklemmende Achterbahnfahrt der Gefühle begleitet sie. Das Zwei-Personen-Stück lebt von brillanten Dialogen, einer gelungenen Dramaturgie und zwei ausgezeichnet ausgearbeiteten Rollen. Man kann das Werk als schwarze Komödie ansehen, die voller Überraschungen steckt. Zärtliches Liebesgeflüster wechselt mit totalem Krieg. Nach dem großen Erfolg in der letzten Spielzeit mit sechs ausverkauften Vorstellungen steht dieses Drama über eine langjährige Liebesbeziehung wieder im Spielplan des Kulturforums. Dieter Stoll schrieb nach der Premiere in der Abendzeitung: "Die
Story, an der das Duo seine Kür wie an einem Gerüst turnt, gönnt sich beliebige Wendungen, um elegant von einer Überraschung in die nächste zu stürzen. (...) Das Stück jongliert mit Herz, Schmerz und Scherz und Werner Müllers Inszenierung lässt gute Schauspieler goldenes Handwerk präsentieren."

Als man Schmitt zu seinem Stück befragte, formulierte er seine Absicht folgendermaßen: "(...) ich (füllte) damit eine Lücke aus: es gibt meines Wissens kein Stück über die Liebe, die andauert. Es gibt tausende Stücke über die Liebe, die beginnt, Hunderte über die Liebe, die endet, die berühmtesten - wie Romeo und Julia - erzählen zugleich den Beginn und das Ende der Liebe; aber man erfährt nichts über die andauernde, die fortbestehende, kurz über die eheliche Liebe. Man hat den Eindruck, das Theater akzeptiere die Liebenden nur als Anfänger oder als Rentner, als beschränke es sich darauf, die Geburt und das Vergehen der Liebe darzustellen, während es dagegen nie zeigt, wie sich das alltägliche Leben eines Paares gestaltet."

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