Die Idee
Anmerkungen der Regisseurin zur Enstehungsgeschichte des Stücks
Die Idee war, ein heiteres Konzert über die Liebe mit bekannten und unbekannten Liedern George Gershwins unter Mitwirkung der Thilo Wolf Big Band und Jutta Czurda szenisch zu gestalten. Es war gar nicht so einfach, alle Voraussetzungen des Abends zu erfüllen, und gleichzeitig einen heiteren Kontrast zu den Liebesliedern von Gershwin zu finden. Nach der Lektüre von verschiedenen Gershwin-Biographien und der panischen Suche nach lustigen Liebesideen, stieß ich irgendwann auf die Studien der Wissenschaftlerin Donatella Marazziti. Ich ahnte, dass ihre Forschung über die Liebe, Hormone & Co., in Verbindung mit der Paarung, einen humorvollen und bissigen Kontrast zu der Musik Gershwins geben könnte. Die Geschichte geht von einer Liebenden mit Namen "Candy Winterdorn" aus. Sie ist eine erfolgreiche Unterhaltungskünstlerin. Sie hat ihr Leben im Griff. Da sie selbstbewusst, schön und begehrt ist, darf sie sich ihre Liebhaber aussuchen. Mit kühner Rationalität hält sie ihre Liebhaber von ihrem Ehemann und ihrer aufsteigenden Karriere fern. Wie gesagt: sie hat alles im Griff, bis sie sich verliebt. Candy, die Wissende, wird von ihrem eigenen Wissen buchstäblich überrollt. In ihrem Liebesrausch bricht sie ungewollt mit all ihren guten Vorsätzen und wird von ihrem eigenen Hormonhaushalt buchstäblich zum Narren gehalten. Am Boden zerstört und machtlos gegenüber unkontrollierbaren und unbesiegbaren Kräften, bleibt ihr nur eine einzige Konsequenz. Sie muss akzeptieren, ein kleiner Bestandteil des großen Evolutionsplans zu sein. Wo Zufallsprinzip und Chaos Regie führen, kann die Mitwirkung oft gefährlich sein. Die Belohnung bleibt aber in alle Ewigkeit unwiderstehlich. "I have every reason to love you. What I lack is the unreason.” (Robert Mallet)

