Konsumgeschichten
Eigenproduktion des Theater Jugend Club Fürth
"Verkaufen - kaufen - arbeiten - verbrauchen: Eine stabile Struktur. Erziehen heißt: stabile Strukturen vermitteln, stabile Glieder unserer Gesellschaft formen. Ohne Stabilität bricht alles zusammen: Gebäude, Träume, Brücken, Menschen, Gedanken."
In einem Alphabet des Konsums, das in Collagenform mal humorvoll, mal wütend, mal kritisch und traurig unser Konsumverhalten hinterfragt, bringen vierzehn Jugendliche Szenen und Bilder zum Themenkreis Konsum auf die Bühne des Kulturforums.
Eine zunehmend selbst die Orientierung verlierende "Gewissens-Navigatorin" führt anhand des Alphabets durch den Abend, versucht Momente des Miteinanders und der Harmonie festzuhalten und kämpft gegen die perverse Logik einer aus den Fugen geratenen Konsumgesellschaft an.
Den Buchstaben des Alphabets sind Szenen, Sprechchöre, Monologe und Erinnerungen der Jugendlichen, die in unterschiedlichen Rollen agieren, zugeordnet.
Einige der präsentierten Texte und Szenen sind von den Jugendlichen selbst geschrieben, andere beruhen auf E-mail- Verkehr mit Firmen, wieder andere sind durch Improvisationen entstanden, durch Gedichte oder Romanauszüge inspiriert oder aus Sachtexten hervorgegangen - beispielsweise aus einem Text zur Weltreise einer Jeans von der Baumwollernte bis zum Altkleider-Container.
Die Zuschauer erwartet ein - wie wir hoffen - unbequemer Collagen-Abend, in den Elemente der Performance und der Improvisation mit einfließen.
"Konsumgeschichten" will kritisch, aber voller Sehnsucht nach den Chancen für ein Miteinander in einer Welt fragen, die nicht zuletzt durch unsere Haltung des "Du bist, was Du hast" oder des "Ich kaufe, also bin ich" so ist wie sie ist.

