Mittler Mahler

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Passagen

Mittler Mahler
Zwischen Tradition und Vision - Volksmusik trifft zweite Wiener Schule

Linos-Ensemble; Dudelsack-Kapelle Dudaci
Europaweite Live-Übertragung durch BR-Klassik und angeschlossene Rundfunkanstalten
"Hört ihr?s? Das ist Polyfonie und da hab? ich sie her!" Das soll Gustav Mahler ausgerufen haben, als er bei einem Dorffest den Männergesangsverein und die Blaskapelle aus verschiedenen Richtungen musizieren hörte. Ob in den Liedern oder den Sinfonien - Volksmusik taucht bei Mahler immer wieder auf, als Anklang, als vorbeiwehender Fetzen, als Erinnerung an eine Kindheit in Böhmen, als archaischer Ausbruch, als ironischer Kontrast zu einer zügellosen Moderne, die direkt auf den Ersten Weltkrieg zusteuerte. Mahler wuchs mit den Blaskapellen Böhmens auf, seine erste Komposition war bezeichnenderweise eine Polka mit einem Trauermarsch als Einleitung. Diese Gebrochenheit ist Mahlers Markenzeichen, seine Musik lebt von den Kontrasten zwischen Weltverzweiflung und wilder Heiterkeit, zwischen hochartifizieller Lyrik und derben Wirtshaus-Klängen. Diesen Kontrasten, dieser speziellen Mahler-Welt, gehen das Linos Ensemble und das böhmische Dudelsack-Ensemble "Dudaci" zum Saison-Abschluss der PASSAGEN nach, einer Passage zwischen Volksmusik und Zweiter Wiener Schule. Für die Komponisten um Arnold Schönberg war Mahler das Idol auf der Suche nach neuen Wegen. Sie bearbeiteten Mahlers Werke für Kammerbesetzungen, etwa die "Lieder eines fahrenden Gesellen" oder die vierte Sinfonie - in ihrer ausgefeilten, intimen Klangfarbe dem Linos-Ensemble wie auf den Leib geschneidert. Zwischen Mahlers Liedern spielt das Volksmusik- Ensemble "Dudaci" authentische böhmische Dudelsackmusik jenseits aller Böhmerwald-Klischees - ein Erlebnis, das die österreichisch-tschechische Musik zwischen Romantik und Fin de Siècle in ein ganz neues Licht rückt.
Das Konzert aus Anlass des 100. Todestages von Gustav Mahler wird live auf BR-Klassik und angeschlossenen europäischen Rundfunkanstalten übertragen.

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