Schneiderei-Praktikantinnen entwerfen Kostüme für "Die Befristeten"
Was wäre eine Theaterproduktion ohne die Schneiderei, ohne die wundervollen Kostüme in all den schimmernden Farben? Und was wäre die Schneiderei des Stadttheaters Fürth ohne Cornelia Zoller und Sabrina Goßling?, könnte man fast fragen. Seit Anfang der Spielzeit 2005/06 arbeiten die zwei jungen Frauen als Praktikantinnen in der Theaterschneiderei. Auf der Suche nach beruflicher Erfahrung - beide werden im kommenden Herbst das Studium des Modedesigns in Angriff nehmen -, wurden sie von Freunden auf das Stadttheater aufmerksam gemacht und bewarben sich daraufhin für eine Praktikumstelle. Mit unermüdlichem Einsatz und großem Engagement haben sie nun über zwei Drittel der Spielzeit erfolgreich hinter sich gebracht. "Das besondere am Theater sind die langen, unregelmäßigen Arbeitszeiten", so Cornelia. "Man lernt, sich auf Kompromisse einzulassen. Die Kostümbildner und Regisseure haben bereits ein klar umrissenes Konzept. Es gilt, sich dem unterzuordnen und deren Ansprüchen gerecht zu werden. Für eigene Ideen bleibt erst mal nicht viel Raum. Gleichzeitig lernt man, sich im oftmals stressigen Theaterbetrieb zu behaupten", sind sich beide einig. An der Arbeit schätzen sie die Vielseitigkeit der Aufgabenstellungen. In guter Erinnerung ist ihnen die Vorbereitungszeit für das Wandelkonzert "Auf den Spuren Mozarts". "Die Herstellung der Rokokokleider war ein tolles Erlebnis. Nirgends kommt man mit so vielen Stilen und Jahrhunderten in Berührung wie am Theater, es ist wie eine Schlittenfahrt durch die Kostümgeschichte".
Besonders freudig blicken nun beide der nächsten Aufgabe entgegen: Für die Produktion des Theater Jugend Clubs Fürth "Die Befristeten" entwerfen Cornelia und Sabrina selbst die Kostüme. Von Johannes Beissel, dem Leiter des Theater Jugend Clubs, der auch das Stück mit den Jugendlichen einstudiert, kam die Anfrage, die Kostüme herzustellen. "Er ist mit der Frage an uns herangetreten, und wir haben spontan zugesagt. Wir haben viel freie Hand. Es gibt einige wenige Vorgaben, die es zu berücksichtigen gilt, aber darüber hinaus dürfen wir uns so richtig austoben", freuen sich die beiden.
Auf berufliche Zukunftspläne angesprochen, haben die Jungdesignerinnen in spe bereits klare Vorstellungen. "Ein eigenes Label wäre toll", sagt Sabrina. "Erst mal noch in die Industrie, sich die Sporen bei einem namhaften Designer verdienen und dann etwas eigenes aufbauen", so der Grundtenor. Damit kann sich auch Cornelia mühelos identifizieren. Aber erst mal werden sie ihr Können am Stadttheater Fürth unter Beweis stellen.

