Endspiel
Endzeit-Komödie von Samuel Beckett
Ab 30.06.2027 | 19.30 Uhr | Stadttheater Fürth | Großes Haus
Deutsch von Elmar Tophoven | Schauspiel-Abo
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Diese Vorstellung gilt als Ersatz für „Der Menschenfeind“ am 30. Juni und 1. Juli.
Schon zu Beginn verkündet Clov mit tonloser Stimme dem blinden und bewegungsunfähigen Hamm: „Ende, es ist zu Ende, es geht zu Ende, es geht vielleicht zu Ende.”
Trotzdem machen beide weiter und spielen nach genau festgelegten Regeln ihr ritualisiertes Spiel. Konkrete Erinnerungen an Vergangenes mischen sich mit aktuellen Sticheleien der in Hass und Liebe verbundenen Figuren. Sie sind gefangen in einer mythischen Ordnung, aus der es für sie kein Entrinnen gibt.
Wie also Endspiele spielen, wenn alles schon zu Ende ist? In dem 1956 geschriebenen Stück demonstriert Beckett, umgeben vom optimistischen Geist des Wiederaufbaus, die Manipulierbarkeit des geschichtlichen Diskurses, dessen unüberbrückbare Differenz zur realen Geschichte. Die Welt außerhalb scheint tot, aber solange gespielt wird auf der Bühne, im Theater und im Leben, solange muss gelebt werden - wenn man nicht so stoisch wie folgenlos das Leben selbst als Sterben bezeichnet. Beckett treibt mit Entsetzen Scherz und ist als genuiner Clown ernst zu nehmen, ohne dass die Unterscheidung von Ernst und Spaß noch alten Begriffen folgte.
„Bosse setzt den Künstler, der schillert, wenn er sich im allgemeinen Weltelend wälzt, der schonungslosen Parodie aus. Die schöpferische Bemühung hat sich für diesmal gelohnt. Was für ein Spiel!“
nachtkritik
Deutsches Theater Berlin
Inszenierung: Jan Bosse
Bühne: Stéphane Laimé
Kostüme: Kathrin Plath
Musik: Arno Kraehahn
Mit: Wolfram Koch, Ulrich Matthes
