Fürth gedenkt
20. – 27. Januar 2026
Vor 80 Jahren, am 27. Januar 1945, befreite die Rote Armee Auschwitz.
Seitdem steht »Auschwitz« als Symbol des Holocaust.
Jedes Jahr gedenken Menschen in Deutschland und auf der ganzen Welt am 27. Januar der Verbrechen der Nazizeit. Auch in Fürth wurden Verwandte, Nachbar*innen, Freund*innen und Kolleg*innen antisemitisch und rassistisch erniedrigt, beraubt, vertrieben und ermordet. Das geschah nicht im Verborgenen, sondern vor den Augen der Bevölkerung.
»Nie wieder« ist unser Versprechen an die Opfer des Holocaust.
»Nie wieder« ist unsere Verantwortung als Gesellschaft und als Land.
»Fürth gedenkt« erinnert mit seinen Veranstaltungen an die Opfer dieser Verbrechen. Angesichts des erstarkenden Antisemitismus und des Rechtsradikalismus ist dies heute wichtiger denn je.
Musikalisches Theaterstück: Alice – Spiel um dein Leben
Dienstag & Mittwoch, 20. & 21. Januar 2026, 19.30 Uhr
Stadttheater Fürth
Musikalisches Theaterstück
Alice – Spiel um dein Leben
Natalie O’Hara erzählt in einem berührenden Solo mit Klavier die wahre Geschichte der Pianistin Alice Herz- Sommer – einer jüdischen Musikerin, die im Ghetto Theresienstadt überlebte. Ihr unerschütterlicher Glaube an die Kraft der Musik und ihre Menschlichkeit machten sie weltweit bekannt, u. a. durch die Biografie »Ein Garten inmitten der Hölle«. Das Stück verbindet Konzert, Schauspiel und Biografie: Musik als Lebensmut zwischen Schönheit und Schrecken. Natalie O’Hara verkörpert über zwanzig Rollen, spielt live Werke von Bach, Beethoven, Chopin und Gershwin – und wurde für ihre herausragende Darstellung für den Deutschen Theaterpreis DER FAUST 2023 nominiert.
🡒 Veranstaltungsraum ist barrierefrei zugänglich
Kneipenquiz: Erinnern, Verstehen, Hinterfragen – vom Nationalsozialismus bis heute
Donnerstag, 22. Januar 2026, 19:30 Uhr
König Lotte
Kneipenquiz zur Gedenkwoche
Thema: Erinnern, Verstehen, Hinterfragen – vom Nationalsozialismus bis heute
Wir laden euch zu einem besonderen Kneipenquiz ein, bei dem wir das jüdische Leben in Fürth, den Nationalsozialismus, die Rolle des Fußballs und aktuelle politische Strömungen thematisieren. Ziel ist es, ein ernstes Thema in entspannter Atmosphäre zu behandeln, um Bewusstsein zu fördern, ohne den nötigen Respekt für die Geschichte zu verlieren. Gespielt wird in 4er-Teams. Ihr könnt euch als Team anmelden oder als Einzelperson kommen und vor Ort ein Team finden. Kommt vorbei, ratet mit, lernt Neues und tauscht euch aus. Wir freuen uns auf einen Abend zum Nachdenken und Erinnern – bei einem Getränk und guter Gesellschaft.
🡒 Eintritt frei, Anmeldung unter fanprojekt@archeggmbh.de
Vortrag: Auschwitz und die »Vernichtung durch Arbeit«
Freitag, 23. Januar 2026, 19.00 Uhr
Bündnis gegen Rechts Fürth
Fanprojekt Fürth ArchegGmbH
Vortrag
Auschwitz und die »Vernichtung durch Arbeit«
Industrielle Verwertung von Menschenleben im KZ Auschwitz
Der 27. Januar, Tag der Befreiung von Auschwitz durch die Rote Armee, ist in unserem Land Gedenktag für alle Opfer des NS-Regimes. Oft wird vergessen: In Auschwitz gab es nicht nur die industrielle Vernichtung jüdischer Menschen. Auch das Prinzip »Vernichtung durch Arbeit« bestimmte den Alltag. Wie in fast allen Lagern wurde die Arbeitskraft der Häftlinge für die deutsche Kriegs- und Rüstungsproduktion bis zum Letzten ausgebeutet. Besonders sichtbar war dies im IG Farben-Lager Auschwitz-Monowitz. Der Historiker und Autor Dr. Ulrich Schneider (»Auschwitz«, »Buchenwald – ein Konzentrationslager«) zeigt in seinem Vortrag die Verknüpfung von KZ-System und Kriegsproduktion am Beispiel Auschwitz. Er spricht auch darüber, wie wir heute mit der Erinnerung an dieses Massenverbrechen umgehen.
🡒 Veranstaltungsraum ist barrierefrei zugänglich, Eintritt frei
Stadtführung: Jüdische Heimat Fürth
Samstag, 24. Januar 2026, 14.00–15.30 Uhr
Start am Jüdischen Museum Franken
Stadtführung
»Jüdische Heimat Fürth«
Jahrhundertelang galt Fürth als jüdisches Zentrum in Süddeutschland. Diese große jüdische Tradition wurde in der NS-Zeit gewaltsam beendet. Seit 1945 gibt es wieder eine aktive Gemeinde.
Begleiten Sie uns auf einen Rundgang durch die Fürther Altstadt zu den bedeutenden historischen Orten, die jüdisches Leben gestern und heute ausmachen!
🡒 Teilnahme kostenfrei
Szenische Lesung mit Musik: Frida und Fredy – Eine verbotene Liebe in Fürth
Dienstag, 27. Januar 2026, 19.00 Uhr
Start am Jüdischen Museum Franken
Szenische Lesung mit Musik
Frida und Fredy – Eine verbotene Liebe in Fürth
Fürth, 1938: Frieda Waldmann ist evangelisch, Alfred »Fredy« Davidsohn jüdisch. Sie lieben einander – gegen alle Vorschriften und gegen die »Nürnberger Rassengesetze«. Nach ihrer Denunziation wird Alfred inhaftiert, Frieda sieht ihn im Mai 1939 vor Gericht zum letzten Mal. Heimlich fertigt Alfred technische Zeichnungen für Frieda an – als Absicherung und letzten Liebesbeweis. Er wird 1942 nach Auschwitz deportiert und ermordet. 1956 wird Frieda, die ihr Leben lang in Fürth blieb, posthum mit Fredy verheiratet und als seine Erbin anerkannt. In einer szenischen Lesung aus originalen Briefen gehen Hannah Candolini und Matthäus Zaborszyk dieser außergewöhnlichen Liebesgeschichte nach, die in Fürth begann und bis heute berührt. Stefanie Waegner (Cello) spielt Kompositionen von Hans Gal, Paul Ben Haim, Ernest Bloch sowie eine Uraufführung von Michael Falter (*1988) »be human! – a plea for cello solo, hommage à Margot Friedländer, FWV 25111«
🡒 Veranstaltungsraum ist barrierefrei zugänglich, Eintritt frei
