Der Ackermann und der Tod (Ackermann1617)
Bild zum Stück
Heiko Ruprecht, Michael Vogtmann

Der Ackermann und der Tod

Ein Streitgespräch mit Musik
von Johannes von Tepl
Musik von Dorothea Hofmann
„Der Ackermann und der Tod“, ein um 1400 entstandenes, mittelalterliches Kirche St. Michael, Fürth Streitgespräch von Johannes von Tepl wurde im Oktober 2015 mit großem Erfolg in der Michaelskirche Fürth aufgeführt. Die Fürther Nachrichten sprachen von einem „überzeugenden Konzept, mit dem der uralte Stoff in die Gegenwart geholt wurde“. Nun wird der Abend mit Michael Vogtmann und Heiko Ruprecht als Vortragende und der Organistin Sirka Schwartz-Uppendieck, die zu diesem Anlass komponierte Werke von Dorothea Hofmann spielt, ein Jahr später wiederaufgenommen. In der Rede und Widerrede geht es um die junge Frau des Ackermanns, die vom Tod viel zu früh heimgesucht wurde. Der Autor Johannes von Tepl, ein Stadtschreiber und Notar im böhmischen Saaz, wendete erstmalig im deutschsprachigen Raum die ungebundene Rede an, in der der Mensch mit seinen Gefühlen im Mittelpunkt steht. Der Ackermann zieht den Tod vor das Gericht Gottes: „Schändlicher Ächter aller Wesen! Schrecklicher Mörder aller Menschen, Ihr Tod, Euch sei gefl ucht!“, so verklagt er seinen Widersacher. Der aber setzt sich gegen die Vorwürfe zur Wehr. Gegen die Emotionen des Ackermanns setzt der Tod Logik, stellenweise auch Häme und Zynismus. Wortgewaltig kündet der Ackermann die neue Zeit an, die sich in diesem didaktischen Meisterwerk der deutschen Frührenaissance bereits andeutet, während der Tod an der leibfeindlichen Auffassung der spätmittelalterlichen Kirche festhält. Am Ende fällt Gott ein (gerechtes) Urteil ...
Die außerordentliche Sprachgewalt macht von Tepls Werk zu einer der bedeutendsten
Schöpfungen des Spätmittelalters. Außerdem zeugt das berührende Grundthema Liebe und Tod von ungeahnter Aktualität im 21. Jahrhundert.
Königstraße 116 Fürth 90762
Idee und Konzeption: Matthias Heilmann, Michael Vogtmann
Szenische Lesung: Heiko Ruprecht, Michael Vogtmann
Orgel: Sirka Schwartz-Uppendieck